Vater unser: Führe uns nicht in Versuchung!

Vater unser: Führe uns nicht in Versuchung! Bild: © Der Apokryphe OrdenBereits im Dezember 2017 ließ der Papst im italienischen Fernsehsender TV2000 verlauten, dass die im deutschsprachigen „Vaterunser“ verwendete Übersetzung „Und führe uns nicht in Versuchung“ sich erheblich im Rahmen von Häresie und Blasphemie bewegen solle.

Schließlich führe nicht Gott, sondern einzig und allein der angeblich gefallene Engel Lucifer (Satan) und seine Dämonen den Menschen in Versuchung.

Und so befand der Papst in seiner absoluten Weisheit also, dass es doch besser sei, diese Stelle des deutschen „Vaterunser“ in „Lass mich nicht in Versuchung geraten“ abzuändern.

Das pikante an diesem Wunsch ist jedoch auch, dass es immer noch in Kirchlichen Niederlassungen sexuellen Missbrauch, Verführungen und Gewalt durch das „Vaterunser“ abbetende Gottesdiener an Kindern und Jugendlichen jedweden Geschlechtes zu geben vermag. Eventuell sollte der Papst seine Untergebenen also besser dazu bewegen, die deutsche Version des „Vaterunser“ inklusive des Passus „Und führe uns nicht in Versuchung“ in italienischer Übersetzung abzubeten.

Des „Vaterunser“ aktueller Stand
Wie dem aber auch sei… das Unheil nahm in den vergangenen Monaten seinen Lauf. So wurde erst vor kurzer Zeit in Frankreich eine Änderung des „Und führe uns nicht in Versuchung“ in „„Lass uns nicht eintreten in die Versuchung“ von der katholischen Kirche eingeführt. Damit nicht genug, denken nun auch noch Schweizer Bischöfe über eine Änderung nach. Insbesondere wurde und wird weiterhin überlegt, das besonders der ökumenische Aspekt des „Vaterunser“ betont werden solle, damit Katholiken und Abtrünnige wie die der Häresie und Blasphemie verfallenen Protestanten das einzig wahre „Vaterunser“ abbeten können.

Der formierte Widerstand zur Wahrung des „Vaterunser“
Aller Widerstände zum Trotz blieb allein der Regensburger Bischof R. Voderholzer standhaft und offenbarte der Öffentlichkeit, dass eine „Verfälschung der Worte Jesu“ Blasphemie sei. Denn die „Vaterunser“ Bitte ist genauso wie sie ist bei den Evangelisten Matthäus und Lukas überliefert. Wer hier Jesu Wort abändere, mache sich in Gottes Augen strafbar und verdunkle das Antlitz Gottes. Ansonsten würde die Bibel aufhören, ein „Zeugnis von Gottes Offenbarung zu sein“. Unterstützung erhält er vom höchst angesehenen Bochumer Theologen T. Söding der anmerkte, das die bisherige Formulierung „Und führe uns nicht in Versuchung“ eine exakte Übersetzung aus dem griechischem Originaltext ist und damit näher als alle anderen Übersetzungen zu betrachten sei.

Das „Vaterunser“ ist integraler Bestandteil der Bergpredigt
Grundsätzlich ist auch zu bedenken, dass das „Vaterunser“ zentraler Bestandteil der Bergpredigt Jesu ist. Jesus selbst soll ihn auf Bitten seiner Jünger formuliert haben, um sie das Beten an sich für den Herrn aller Herren zu lehren. Und genau aus diesem Grunde wird das „Vaterunser“ mit „Jesu Worten beten wir“ oder „Lasset uns beten, wie es der Herr aller Herren uns gelehrt hat“.

Überprüfung durch die Evangelische Kirche in Deutschland
Mittlerweile hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) alle vorhandenen Übersetzungen überprüft und ist zu dem Entschluss gekommen, entgegen der Kritik des Papstes an der Originalübersetzung festzuhalten. Einzig minimale Änderungen des „Vaterunser“ wie „erlöse uns von dem Bösen“ anstelle von „erlöse uns von dem Übel“ werden akzeptiert, da sie bereits seit Jahrhunderten in dieser Form von den um Erlösung bettelnden abgebetet werden um nicht in einer imaginären Hölle ihr Sein im Jenseits zu fristen.

Unterstützung erhält die EKD von Berlins Bischof M. Dröge. Er bemerkt dazu: „Wir können nicht die Spannungen in der Bibel auflösen und erklären: Für das Böse ist allein der Teufel zuständig […] wir müssen mit Gott im Gebet ringen und fragen können, warum er Böses zulässt. Andernfalls bestünde die Gefahr eines dualistischen Gottesverständnisses, hier Gott, dort der Teufel.

Die Original Übersetzung und Deutung des „Vaterunser“ durch Luther
Die deutsche Übersetzung des „Vaterunser“ stammt im übrigen von Martin Luther und datiert auf das Jahr 1522. Luthers „Kleiner Katechismus“ dazu: „Gott versucht zwar niemand; aber wir bitten in diesem Gebet, dass uns Gott behüte und erhalte, damit uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge und verführe in Missglauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster.“

In diesem Sinne lieber Papst für deine Diener: „Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein.“

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Diese Botschaft wurde zuletzt am 31.08.2020 aktualisiert.
 
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